K.S. LJUBA WELITSCH
Eine Künstlerin von Welt. Und eine Frau, deren Name für mich immer mit einem einzigen Werk verbunden sein wird: Salome. Richard Strauß.
1944. Richard Strauß feiert seinen 80. Geburtstag. Und vor dem Komponisten selbst steht die Sängerin, die seine Salome verkörpert. Man kann sich diesen Moment kaum vorstellen. Der Komponist hört seine eigene Musik. Er hört eine junge Frau, die seine Salome zum Leben erweckt. Und vielleicht geschieht in diesem Augenblick etwas, das nur ganz selten in der Kunst geschieht: Komponist und Interpretin begegnen einander auf der höchsten Ebene.
Was danach kam, wurde Geschichte. Ihre Salome wurde legendär. Eine Interpretation, die bis heute als unerreicht gilt. Ihre Salome ist nicht nur ein unübertroffener Maßstab – sie ist ein Maßstab für alle Zeiten.
Seit 2014 habe ich hier viele Stimmen gehört. Und jede einzelne hat ihre eigene Geschichte. Manche Stimmen haben mich beeindruckt. Manche haben mich überrascht. Und manche haben etwas hinterlassen, das sich nicht in Worte fassen lässt.
Das ist der Augenblick, auf den man als künstlerische Leiterin wartet. Dieser eine Augenblick, in dem man spürt: Hier geschieht etwas. Etwas Echtes. Etwas, das größer ist als der Wettbewerb. Das wäre für mich die größte Auszeichnung dieses Wettbewerbs.
Denn mein Wunsch als Gründerin war nie, einfach nur einen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Mein Wunsch war es, einen Ort zu schaffen, an dem Stimmen eine Zukunft bekommen. Einen Ort, an dem junge Menschen den Mut finden, ihren eigenen Weg zu gehen.
Und deshalb steht heute Ljuba Welitsch symbolisch über diesem Wettbewerb.
An artist of world renown. And a woman whose name will always be linked to one piece of music for me: Salome. Richard Strauss.
1944. Richard Strauss celebrates his 80th birthday. And standing right there in front of the composer is the singer embodying his Salome. It is a moment hard to even imagine. The composer listens to his own music. He hears a young woman bringing his Salome to life. And perhaps, in that very moment, something happens that rarely ever happens in art: composer and performer meet at the highest possible level.
What followed became history. Her Salome became legendary. An interpretation that is still considered unmatched today. Her Salome is not just an unsurpassed standard—she is a benchmark for all time.
Since 2014, I have heard many voices here. And every single one has its own story. Some voices impressed me. Some surprised me. And some left behind something that cannot be put into words.
That is the moment you wait for as an artistic director. That single moment when you feel: something is happening here. Something real. Something bigger than the competition itself. For me, that would be the greatest achievement of this competition.
Because as its founder, my wish was never just to create a competition. My wish was to create a place where voices are given a future. A place where young people find the courage to follow their own path.
And that is why today, Ljuba Welitsch stands symbolically above this competition.